1871 lebte unter Chief Oo-za-wir-kwun - Yello Feather - eine Gruppe Ojibway-Indianer, damals bekannt als
die Portage - Gruppe, am Assiniboin-Fluss. Einer weiteren Gruppe wurde es erlaubt, sich am Süd-West-Ufer
des Lake Manitoba auf einem festgelegten Gebiet niederzulassen, das heute als Sandy-Bay-Reservat Nr.5 bekannt ist.
Am 18. August 1872 bittet Nanawatchekafrow (ausgesprochen Nanawatchekapow), einer aus der Gruppe von gelber Feder, das er mit einigen Anhängern ein Reservat ausserhalb errichten wolle. Aus den Verhandlungen ergaben sich drei Reservate mit den Namen Swan Lake, Sandy-Bay und Long Plain. Jene Gruppe, die Nanawatchekafrow
als Chief anerkannte bekam das Sady-Bay - Land.
Bei den genauen Grenzzuweisungen gab es 1877 Missverständnisse. Einige Indianer bauten auf von Feldvermessern zugewiesenem Land Häuser, die aber ausserhalb des zugewiesenen Landes standen. Sie mussten die Häuser verlassen.
Wie auf so vielen Reservaten wurde den Indianern auferlegt, Ackerbau und Viehzucht zu betreiben, Vieh und Geräte wurden aber nur unzureichend zur Verfügung gestellt.
1882 führte der Lake Manitoba so viel Wasser, dass das Reservat zum Teil überflutet wurde und eine grosse Gruppe von Bewohnern das Reservat verlassen musste. Baptiste Spence, ein Mitglied des Stammesrates, bewog 1873, nachdem der Wasserstand zurückgegangen war, die abgezogenen Indianer zurückzukehren, da er ihnen sonst bei keinem ihrer Belange helfen kann (bau eines Schulhauses usw.).
1885 wurde unter Beobachtung Bevollmächtigter des brith. Königs ein neuer Stammesrat gewählt und in einem
Staatsvertrag alle Leistungen der Regierung für die Indianer festgelegt, die Jagd - und Fischereirechte geregelt und der Friede mit weissen Siedlern besiegelt.
Endlich wurde 1904 das lange gewünschte Schulhaus fertig, offiziell eröffnet wurde sie 1905. Der erste Schulvorsitzende war Reverent Vater Leonard (1905-1912). Anfänglich besuchten 34 Kinder die Schule, ihre Zahl erhöhte sich bis 1912 auf 48.
1930 wurde das Reservat noch einmal um 6 Quadratmeilen vergrössert.
Im Jahr 1959 erhielt das Reservat endliche eine halbwegs ordentliche Wasserversorgung, die erste Telefon-Versorgung wurde 1966 eingerichtet.
1969 sollte der sogenannte White Paper - Vorschlag der Bundesregierung die gesetzlichen und legislativen Grundlagen der Diskriminierung der First Nation abschaffen, wurde aber einstimmig abgelehnt.
1972 wurde den Indianern die elterliche Verantwortung für die Bildung ihrer Kinder übertragen. Dieses Vorgehen markierte den Beginn eines Bildungsprogramms quer durch Canada. Ab 1976 gab es an der Reservatsschule 12 Klassenstufen, die 12. galt als promovierende Klasse. Nach Aussage älterer Indianer war die Ausbildung an der Reservatsschule mangelhaft, was natürlich dazu führte, dass es so gut wie keine Arbeit für dieBewohner des Reservats gab, geschweige die Chance für eine berufliche Ausbildung. Viele Indianer im Reservat lebten und leben auch heute noch von den Erträgen, die sie mit bescheidener Landwirtschaft und Fischfang erwirtschafteten.
Einige Indianer gehen täglich, damals wie heute, über die Grenze nach Nord Dakota in der Hoffnung, hier Arbeit zu finden. Die zum Teil menschenunwürdigen Lebensumstände, führen einfach dazu, das Kinder die Schule nicht besuchen, schon Kinder und Jugendliche, aller Zukunftsperspektiven beraubt, Alkohol und Drogen konsumieren.
Dem grossen Geheimnis sei gedankt, es gibt aber auch Menschen im Reservat, die sich auf die vergangene Kultur, alte Werte, ihre ursprüngliche Religion und schon vergessene Zeremonien rückbesinnen. Es liegt sehr viel Arbeit vor ihnen.
Die Bewohner des Reservates zählten im Jahre 1980 1370 und hat sich bis 1995 auf 3891 erhöht.
Die Stammessprache ist Ojibway (Anishinabe), englisch wird fast nur von den Indianern gesprochen, die eine ordendliche Schulbildung haben.